Im späten 19. Jahrhundert war der Orient für Österreich modeprägendes Traumland und mondänes Touristenziel. Architektur, Nippes, Reklameschilder basierten auf Vorbildern und Motiven aus dem Morgenland. Maler wie Carl Rudolf Huber oder Leopold Carl Müller ("Ägypten-Müller") lieferten Karawanserei und Kamelmarkt in Öl, Haremsszenerie und Moschee, Porträts vom Serailwächter über den jungen Araber (gemalt 1882 von Leopold Carl Müller, unser Bild) bis zur Mohrin. Man liebte das Exotische, ließ sich wie heute noch faszinieren von der Wüste. 50 dieser Gemälde österreichischer Künstler zeigt noch bis zum 12. April die Ausstellung Orientalische Reise in der Hermesvilla in Wien. Erweitert wird der Blick in den Nahen Osten durch historische Fotografien der reisenden Künstler und Aufnahmen von der Wiener Weltausstellung 1873, die mit ihrem "orientalischen Viertel" den Boom förderte. Außerdem sind Möbel aus dem "Türkischen Zimmer" des Kronprinzen Rudolf zu sehen, orientalische Gastgeschenke an die kaiserliche Familie und allerlei von Sphinx und Pyramide geprägtes Kunstgewerbe. put

Orientalische Reise – Malerei und Exotik im späten 19. Jahrhundert. Bis zum 12. April. Wien Museum Hermesvilla, Lainzer Tiergarten, Wien. Dienstag bis Sonntag und Feiertag 9.00 Uhr bis 16.30 Uhr, vom 1. April an 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr.Eintritt: 4 Euro, Katalog 35 Euro. Auskunft: 0043-1/50587470, www.wienmuseum.at