Klaus Voormann: "Warum spielst du Imagine nicht auf dem weißen Klavier, John" - Erinnerungen an die Beatles und viele andere Freunde - Ullstein Heyne Verlag, München 2003, 328 S., 24,- e

Teile aus dem Puzzle "Klaus Voormann" kennen viele: sein weißes, "haariges" Cover zur Beatles-LP Revolver, seine Basstöne in der Plastic Ono Band, seine enge Beziehung zu George Harrison. Nun füllt er die biografischen Lücken. Vom Zusammentreffen der jungen Wilden aus Liverpool mit dem coolen Kunststudenten in Hamburg, über die kalifornischen Tage als Studiomusiker bis zur Rückkehr nach Deutschland. Selten verlässt ihn sein musikalischer Geschmack.

Sympathisch stolz, aber ohne viel aus sich zu machen, fügt er Anekdoten an Gedankensplitter und kennt die Grenzen. Die Beatles wussten, warum sie ihm vertrauten.

Richard Cook: Blue Note - Die Biographie - aus d. Englischen von Andrea Stumpf und Gabriele Werbeck - Argon Verlag, Berlin 2004, 304 S., 24,80 e

"Wissen Sie, Frank und Alfred stammten aus Deutschland. Sie hatten nicht besonders viel Ahnung von unserer Musik. Und deshalb haben sie uns in Ruhe gelassen." Erzählt ein schwarzer Jazz-Saxofonist und meint damit Frank Wolff und Alfred Lion, die in New York die Plattenfirma Blue Note gründeten und sie zum bedeutendsten Jazz-Label der fünfziger Jahre machten. Der kluge Richard Cook schreibt deren Geschichte inspiriert, pointiert und scharf an der Musik entlang: von Sidney Bechet über Thelonious Monk und Art Blakey bis Norah Jones. Ein spannendes Unterfangen, sind die Cover und Fotografien des Labels doch ebenso legendär und stilbildend wie die Musik. Das Fehlen eines Registers wäre Blue Note allerdings nicht unterlaufen.