Sauberes Geschäft.

Saubere Bedürfnisanstalten seien entscheidend für den Ruf eines Landes als Wirtschaftsstandort, glaubt Lim Swee Say, Umweltminister von Singapur. Deshalb schob er eine Kampagne mit dem Slogan "Glückliches Klo" an. Allen öffentlichen Toiletten seines Landes werden zukünftig Sterne verliehen. Die Toilette des Shangri-La-Hotels qualifizierte sich als erste für fünf Sterne.

Vor einer Probenutzung erklärte der Minister: "Ich freue mich darauf, hinterher von Glücksgefühlen beseelt herauszukommen. Zusammengerechnet verbringen wir fast drei Jahre unseres Lebens auf dem Klo. Lasst uns deshalb mit Stolz aufs Klo gehen und immer daran denken, dass ein schmutziger Lokus die falsche Sorte Menschen anzieht."

Gewissenhaft.

In Österreich wird der Bundespräsident vom Volk gewählt - und das will bekanntlich umworben werden. Jetzt ist ein heftiger Streit um den Satz "Politik braucht ein Gewissen" entbrannt. Der konservativen Kandidatin Benita Ferrero-Waldner wird vorgeworfen, sie habe den Slogan von den Sozialdemokraten geklaut, die damit zuvor eine Anzeige geschaltet hatten. Ein eigens einberufenes Schiedsgericht hat nun nach gewissenhafter Prüfung entschieden, dass die Politikerin zwar das "Fairnessabkommen" zwischen den beiden Parteien nicht gebrochen habe, jedoch "den gesellschaftlichen Wertvorstellungen über Fairness nicht entsprochen" habe.

Wiederaufnahme.

In der ZEIT vom 2. Mai 2002 erschien das Dossier Unrecht im Namen des Volkes von Sabine Rückert. Es schilderte einen Justizirrtum, von dem die Justiz nichts wissen wollte. Zwei Männer waren 1995 und 1996 vom Landgericht Osnabrück wegen Vergewaltigung zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden - zu Unrecht, wie die ZEIT herausfand. Das Gericht hatte den Schilderungen einer jungen Frau geglaubt, die beide Männer beschuldigt hatte, sie vergewaltigt zu haben. Der Verteidiger des einen Verurteilten, Bernhard M., der Hamburger Rechtsanwalt Johann Schwenn, reichte ein Wiederaufnahmegesuch ein, das auf den ZEIT-Recherchen basiert. Am 23. Februar 2004 erging nun der Beschluss des zuständigen Landgerichts Oldenburg: Die Richter ordneten die Wiederaufnahme des rechtskräftig abgeschlossenen Verfahrens und die Erneuerung der Hauptverhandlung gegen Bernhard M. an.