Vielleicht ist es bereits die falsche Übersetzung von alegria, die den Ton schräg klingen lässt. Alegria heißt "Freude" und keineswegs "Lust". Nun wird niemand, der Brasilien kennt, leugnen, dass vieles, was Sie in Ihrem Beitrag den Lesern näher bringen möchten, korrekt ist. Dennoch entsteht der Eindruck, dass nicht nur Salvador, sondern ganz Brasilien von sexbesessenen, verantwortungslosen Menschen bevölkert ist. Dieser Eindruck ist falsch. Nicht nur, dass ein Großteil der Bevölkerung katholischen Glaubens ist, die große Mehrheit der Menschen steht mit beiden Beinen auf der Erde und hat andere Sorgen, als sich einem "Sexrausch" hinzugeben.

Die Pauschalierung, die ich in Ihrem Beitrag lese, entspräche der, uns Deutsche zu einem sexbesessenen Volk zu machen, weil wir die Love Parade haben.

Jörg Matschullat, Freiberg

Warum ziehen Sie den Karneval von Salvador so in den Schmutz? Sex, Musik, Drogen und Aids gibt es auch in Deutschland. Die Love Parade in Berlin oder das Oktoberfest in München sind vergleichbare Beispiele für solche Gelegenheiten. Dort geht es mindestens so feierwütig her wie hier in Salvador.

Sie sprechen von Menschen, die den Sinn des Lebens in der "amoralischen Triebhaftigkeit des Candomblé" suchen. Wie können Sie so diskriminierend über diese Religion sprechen?

Ellen Haak Salvador, Brasilien