Die Krise der Musikindustrie weitet sich aus. Die EFA Medien GmbH, die älteste und größte deutsche Vertriebsfirma für Independent-Labels, hat beim Amtsgericht Göttingen Insolvenz beantragt. Das bestätigte Ulrich Vormehr, einer der Gründer und Geschäftsführer. Betroffen sind rund 70 Mitarbeiter sowie mehr als 100 Plattenfirmen und einige tausend Musiker, die den Vertrieb ihrer Tonträger der EFA anvertraut hatten. Bereits seit gut einem Jahr wurden Außenstände nicht bezahlt, die angeschlossenen Labels immer wieder vertröstet. In einem Rundschreiben vom 20. Februar 2004 wurden sie gar explizit gebeten, auf das Einklagen der Außenstände zu verzichten.

Der Niedergang der 1982 gegründeten EFA (Energie für Alle) könnte viele der kleinen und großen Partner-Labels in Schwierigkeiten bringen. Nur wenige waren geistesgegenwärtig genug, ihre bereits produzierten Tonträger im Hamburger Hauptlager der EFA abzuholen. Doch auch sie müssen nun einen neuen Vertriebspartner finden. Die Kapazitäten anderer Anbieter wie Indigo oder Rough Trade sind allerdings äußerst begrenzt. So dürften viele kleine Plattenfirmen und zahlreiche Bands auf der Strecke bleiben.