Unser Strafrecht lässt Raser und Drängler auf deutschen Straßen weitgehend ungeschoren. Ja, gewissermaßen gestattet es den lebensgefährlichen Unfug sogar, allerdings unter der etwas seltsamen Bedingung, dass nichts passiert. Wehe aber, es passiert doch etwas! Dann stürzt sich auf einmal alle Welt auf diesen einen, als ob der ein ganz besonders Schlimmer wäre. Dabei hat ihm nur das Glück gefehlt, das andere hatten…

Helmut Stoppel, Nordhorn

Ich erinnere mich noch sehr genau an den 14. Juli vorigen Jahres und daran, welchen Schock der Unfall bei mir auslöste: Ich wohne nur etwa zehn Kilometer vom Unfallort entfernt und kenne diese Autobahn als Raser-Autobahn. Ich erinnere mich aber ebenfalls daran, dass ich in der gleichen Woche in Ihrer Zeitung einen Autotestbericht las, der genau von der von Sabine Rückert beschriebenen darwinistischen Raser-Mentalität geprägt war.

Der von Ihnen beauftragte Journalist fuhr mit seinem Mitfahrer angeblich so schnell – so meine Erinnerung an den Artikel –, dass ihn die Polizei im Zweifelsfall für den Mittelstreifen halten würde. Diesen Bericht fand ich ebenfalls schockierend und seine Veröffentlichung angesichts des kurz vorher Geschehenen geschmacklos. Wie ist das mit den Lücken im Persönlichkeitsgefüge der Mitarbeiter?

Dr. Karin Michaelis-Jähnke, Pfinztal-Berghausen

Nach über 30 Jahren Markentreue gegenüber der Firma DaimlerChrysler – meist in Form eines Mercedes-SL-Sportwagens aus Freude am Fahren – schäme ich mich für den Konzern, der es immer noch nicht verstanden hat, Autos für Menschen zu bauen und nicht gegen sie, dessen Manager blind sind für psychosoziale Störungen seiner Mitarbeiter und dessen Streben nach Profit menschenfeindliche Strukturen schafft. Ein Markenwechsel ist angezeigt. DaimlerChrysler: nein, danke!

Dr. Leo Trentmann, Bremen