Die Behauptung von Herrn Steinigen in seinem Interview zu dem Rechtsstreit der ehemaligen DDR-Schwimmerin Karen König, das NOK habe von den 5,4 Millionen Mark, die es im Zuge der Wiedervereinigung vom NOK der DDR übernommen hat und die für Sportprojekte in den neuen Bundesländern vorgesehen waren, 2,2 Millionen in den Jahren 1998 und 1999 zum Stopfen von Haushaltslöchern verwandt, ist falsch. Das übernommene Vermögen ist bestimmungsgemäß für den Sport im Osten Deutschlands eingesetzt worden. Der Vorwurf des versuchten Prozessbetruges ist haltlos.

Natürlich bestreitet das NOK nicht, wie Herr Steinigen behauptet, die Dopingvergabe in der DDR und Gesundheitsschäden. Im Gegenteil: Das NOK geißelt dies als unverantwortlich und unsportlich. In Kenntnis dieser Vergangenheit und der zerstörerischen Kraft des Dopings engagiert sich wie kaum in einem anderen Land das NOK gemeinsam mit dem Deutschen Sportbund im Kampf gegen das Doping.

Die suggestive Feststellung, der "deutsche Sport" wolle 32 Millionen Euro für die Olympia-Bewerbung ausgeben, sei aber nicht bereit, Dopinggeschädigte zu unterstützen, ist aus dem Munde eines Juristen beachtlich. Ein Jurist müsste wissen, dass die Mittel des NOK zweckgebunden sind und das NOK folglich rechtswidrig handeln würde, gäbe es die ihm anvertrauten Mittel für andere als die satzungsgemäßen Aufgaben aus. Dazu gehört, an den Olympischen Spielen teilzunehmen und sie zu veranstalten, nicht aber die Unterstützung von Dopinggeschädigten.

Bernhard Schwank Nationales Olympisches Komitee für Deutschland e.V.

Frankfurt am Main