Der Honda Civic ist das Eisbein einer feministischen Vegetarierin.

Ja, ja. Ist gut, wir wissen das: Autofahren ist asozial. Ja. Mit Sicherheit.

Eine Umweltschweinerei, menschenverachtend lebensgefährdend. Ich bin überzeugte Feministin, habe ein Diplom in Erziehungswissenschaft und bin an sich ganz vernünftig. Ich bin sogar eine leidenschaftliche Radfahrerin. Aber, ich bin auch ehrlich. Und mal so gesprochen: Ich fahre gern Auto.

Der Pfützenpanzer ist, was er ist. Aber wer weiß, welche merkwürdigen Dinge wir täten, wenn wir nicht den einen oder anderen Ort hätten, an dem wir unsere angeblich testosterongesteuerten Bedürfnisse ausleben dürften.

Ich möchte darauf hinweisen, dass es vielleicht in unserer traurig leistungsgeilen, durchaus begründet ängstlichen, trübsinnigen, pessimistischen Welt an Orten mangelt, an denen wir ein bisschen stolz auf uns sein können. Wir arbeiten bis zum Umfallen, um nicht entlassen zu werden.

Oder wir sind arbeitslos und denken über Selbstmord nach. Wir sind zahm, gelähmt, resigniert oder hinterhältig - Frauen wie Männer - wo wir offen wütend sein sollten.

Ich sage Ihnen, da ist so eine Fahrt in einem tiefer gelegten Honda Civic (das ist mein persönlicher Favorit) eine feine, erholsame Sache. Der Frieden, der sich dabei kurz und heftig in mir ausbreitet, zeigt mir, wie rar er im Leben ist.