Herr Meyer, der Kampfhund steht vor Gericht, viele Kinder haben ihre Liebe zu Clownfischen entdeckt. Steckt das deutsche Hundewesen in der Krise?

Mittlerweile sind wir über den Berg. Unfälle mit Hunden lösen heute nicht mehr ein so hysterisches Medienecho aus wie noch vor einem Jahr. Clownfische sind zwar noch nicht beliebter als Hunde, aber so richtig Mode ist der Hund derzeit auch nicht, was man schon daran sieht, dass die Zahl der Welpen in den vergangenen Jahren nicht gestiegen ist.

Wie könnten Hunde wieder zur Mode werden?

Das kann man schwer sagen. Zuletzt waren Golden Retriever populär, sieben Jahre ist das her. Seitdem gab es keine Moderassen mehr. Der Mops wird zwar immer beliebter, von einer Mode kann aber keine Rede sein. Vielleicht ist der Mops derzeit so attraktiv, weil er dem Bullterrier ähnelt, weil er in Men in Black zu sehen war oder weil sich Loriot mit Möpsen umgibt. Ich weiß es nicht.

Bedauern Sie das Fehlen eines echten Trendhundes?

Überhaupt nicht. Trendhunde schaffen nur Probleme. Wenn deutsche Züchter die Nachfrage nicht befriedigen können, werden Welpen aus dem Ausland eingeführt. Allein der Transport ist da schon eine Katastrophe, die Tiere kommen häufig verhaltensgestört an. Und wenn die Mode wechselt, landen sie am Ende im Tierheim.

Opfer eines veränderten Geschmacks scheint auch der Deutsche Schäferhund zu sein: Verglichen mit 1997, kamen 2002 knapp ein Drittel weniger Welpen auf die Welt.