Dieses Bild bezeichnet Heinz Spielmann in seiner gewaltigen, üppig bebilderten Monografie als das "wichtigste Werk der Dresdner Jahre" von Oskar Kokoschka (1886 bis 1980).

Spielmann: "Eine Mädchengestalt bläst eine Schalmei - die violettblühende Staude in ihrer Linken scheint unter den Klängen zu wachsen, ein junger Mann hält, als er die Musik hört, in seinem Tanzschritt inne, lauscht in sich hinein, wie ein Dirigent vor einem Konzert. Eine von dunklen Wolken getragene Wellenbewegung schwingt von der einen Gestalt zur anderen - in ihr treibt ein Pferd oder ein Rentier. Die Farbigkeit besteht aus reinen Komplementärkontrasten. Die in der Kunst des 20. Jahrhunderts so oft angesprochene Übersetzung der musikalischen Klänge in farbige ist in kaum einem anderen Bild der Moderne so überzeugend anschaulich geworden wie in Kokoschkas Macht der Musik."

Heinz Spielmann: Oskar Kokoschka Leben und Werk - DuMont Verlag, Köln 2003 - 535 S., 128,- e