Eigentlich sagt der Volksmund ja „Lakritz macht spitz“. Die gegenteilige Befürchtung ist erst im vergangenen Jahr wieder wissenschaftlich untersucht worden. Die iranischen Forscher um Mahmoud Mosaddegh konnten frühere Studien bestätigen, nach denen der Genuss von Lakritz den Spiegel des männlichen Hormons Testosteron signifikant senkt. Vermutet wird ein Zusammenspiel des Wirkstoffs Glycyrrhizin mit einem körpereigenen Enzym, das an der Testosteronproduktion beteiligt ist.

Nun ist der Zusammenhang zwischen Testosteron und Potenz keineswegs ein linearer, nach dem Motto „Je mehr Hormon, desto standfester der Mann“. Aber bei Männern mit ohnehin niedrigem Testosteronspiegel könnte sich schon eine Wirkung ergeben – vielleicht weniger beim Lakritzessen als bei der Einahme von Medikamenten, die Glycyrrhizin enthalten.

Zur Beruhigung von Lakritzfans sei aber gesagt: Die hormonsenkende Wirkung, das haben italienische Forscher herausgefunden, ist vollständig reversibel. Eine dauerhafte Schwächung der Manneskraft durch den Lakritzgenuss ist also nicht zu befürchten. Christoph Drösser

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