Vlado Djordjevic ist für die trockene Seite, Max Deinig für die nasse Seite des Aquariums zuständig – zwei völlig verschiedene Tätigkeiten. Denn erstens sind chemische Putzmittel im Aquarium verboten. Und zweitens müssen die perfekten Unterwasser-Putzwerkzeuge noch erfunden werden. Aktuell experimentiert Deinig mit Wischmopp, Bürste und Schlauch. Der Mopp hat eine wuschelige weiße Rolle und wird sheep’s leg genannt. Mit diesem Schafbein befreit er die Scheiben von Algen. Lässt er den Plastikstiel los, sinkt der Mopp nach unten. Seine leichte Holzbürste dagegen will unbedingt nach oben – was eher lästig ist, wenn man in 14 Meter Tiefe Braunalgen, Kot und Laich von Kunstkorallen wegzurubbeln hat. Ideal wäre ein Putzwerkzeug mit der Dichte des Wassers. Dann könnten die Ausputzer ihre Wischer und Bürsten zwischendurch einfach parken, ähnlich wie Astronauten ihre Schraubschlüssel im schwerelosen Raum. Schließlich gilt es noch, den Schlauch zu bändigen, dessen scharfer Wasserstrahl die unzugänglichen Winkel der ausnahmslos künstlichen Korallen reinigt. Manchmal werden dabei Teile der Deko einfach weggepustet.

Dennoch haben die Taucher, die aus Sicherheitsgründen immer zu zweit unterwegs sind, offensichtlich ihren Spaß. Sie ziehen sich gegenseitig an den Flossen, scheuchen Fische mit dem Schafbein und veralbern Touristen im Aufzug. "Für die ist das der Höhepunkt der Fahrt, fast noch besser als die Fische selbst", sagt David, einer der Reisebegleiter im Aufzug.

Geht der Sauerstoff in den Flaschen der Taucher zur Neige, stellen sie sich auf den Kopf, den Wischmopp senkrecht nach oben gerichtet. So weiß das Lift-Personal, dass es Zeit ist für einen Stopp oberhalb der Wasseroberfläche.

Sobald die Besucher den Aufzug verlassen haben, zieht das Trockenpersonal die Taucher aus dem Wasser. Um dem Kollegen von der Trockenreinigung die Arbeit zu erleichtern, stellen sie sich zum Abtropfen in kleine Plastikwannen. "Das sieht ziemlich peinlich aus", sagt Max Deinig. Auch daran hat er sich noch nicht gewöhnt.

* Der Name wurde von der Redaktion geändert