1964: Am 10. September trifft auf dem Bahnhof Köln-Deutz Armando Rodriguez aus Portugal ein. Er ist der einmillionste Gastarbeiter in Deutschland und wird mit einem Strauß Nelken, einem "Diplom" sowie einem zweisitzigen Moped, Marke Zündapp, willkommen geheißen.

1973: Mit 2,6 Millionen "Gastarbeitern" ist der deutsche Arbeitsmarkt gesättigt. Die Regierung erlässt einen Anwerbestopp. Mit unerwarteten Nebenwirkungen. Wer schon in Deutschland ist, holt die Familie nach. Die Zahl ausländischer Beschäftigter sinkt, die Wohnbevölkerung wächst.

1993 (Solingen): In Deutschland werden Asylbewerberheime und türkische Wohnhäuser angezündet. Das Asylrecht wird eingeschränkt.

1998: Schon im Asylkompromiss 1992 hatten sich Union und SPD auch auf eine Reform des Staatsbürgerschaftsrechtes und die Regelung der Zuwanderung verständigt. Doch bis zum Regierungswechsel 1998 geschieht nichts.

1999: Mit einer Unterschriftenkampagne gegen die Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft gewinnt die Union die hessische Landtagswahl. Das rot-grüne Gesetz scheitert.

2000: Auf der Computermesse Cebit startet Kanzler Schröder seine Green-Card-Initiative: Für 30000 ausländische Computerfachleute wird der Anwerbestopp außer Kraft gesetzt. Eine neue Einwanderungsdebatte beginnt.

2002: Bei der Verabschiedung des neuen Zuwanderungsgesetzes im Bundesrat kommt es zum Eklat. Im Streit, ob das Gesetz rechtmäßig erlassen worden ist, entscheidet das Bundesverfassungsgericht. Sein Urteil: Nein.