Zehntausende Studenten der Psychologie, BWL oder Pädagogik lesen jährlich Ihren Klassiker "Statistik für Sozialwissenschaftler" – und leiden dabei. Warum ist Statistik eigentlich so schwer?

Sie setzt eine ganze Reihe abstrakter Denkvorgänge voraus. Vieles ist losgelöst, hat mit der eigenen Erfahrung wenig zu tun. Man darf am Anfang nicht den Anspruch haben, nur Anwendungsaspekte erzählt zu bekommen. Ich glaube aber, dass es ein Vorteil meiner Schreibe ist, dass sie nicht so mathematisch daherkommt.

Was denken dann die Mathematiker über Ihre Bücher?

Da gibt es Kollegen, die sagen, die gehörten in den Giftschrank. Wenn die mein Buch aufschlagen, bekommen sie eine Krise, weil es nicht die Strenge der Mathematik hat. In deren Augen bin ich ein Laberheini – was ich alles für Wörter und Begrifflichkeiten erfinde. Aber wenn ich knapper schreiben würde, würde mich gar kein Sozialwissenschaftler mehr verstehen. Also ertrage ich lieber den Spott der Mathematiker.

Wie sind Sie denn zur Methodenlehre gekommen?

Im Vergleich zu anderen Psychologiestudenten habe ich in der Statistik immer ganz gut ausgesehen. In der mündlichen Prüfung hat der Professor meine Diplomarbeit durchgeblättert, in die ich eine Faktorenanalyse eingebaut hatte, was in den Sechzigern ziemlich modern war. Statt mich zu prüfen, wollte er dann wissen, was eine Faktorenanalyse ist. Ich erklärte es ihm, danach fragte er mich, ob ich als sein Assistent arbeiten wolle. Seitdem bin ich bei der Methodenlehre geblieben.

Welche Rolle spielen Statistik und Wahrscheinlichkeiten in Ihrem Privatleben – berechnen Sie alles?