Vor ein paar Monaten war ich Gast des Aspen Instituts in Berlin. Ich sollte dort über die Rolle Europas in der Geschichte der Wissenschaften und der Künste vortragen. Dabei war ich in der angenehmen Position – wie man hätte meinen können –, einem deutschen Publikum darzulegen, wie gewaltig die Beiträge Europas und insbesondere Deutschlands waren. Doch meine Zuhörer waren davon nicht sonderlich angetan. Und das hatte ich auch erwartet. In den sechs Jahren, die ich an einem Buch über dieses Thema gearbeitet habe, hatte ich nämlich gelernt, dass es für europäische Intellektuelle offenbar ein zutiefst beunruhigendes Unterfangen ist, Europas Vergangenheit zu feiern.