Da hat Ihnen der Biologielehrer aber einen ziemlichen Bären aufgebunden. Dass die Jogurtdeckel nicht mit Konservierungsstoffen behandelt sind, haben wir schon in der ZEIT Nr. 10/00 geklärt. Wie sieht es nun mit der Alzheimer-Gefahr aus?

Erstens: Der Zusammenhang zwischen Aluminium und Alzheimer ist alles andere als geklärt. 1965 kam erstmals der Verdacht auf, als man nachweisen konnte, dass sich die Hirne von Versuchstieren durch Aluminium schädigen ließen. Aber dies war keine Alzheimer-Erkrankung. Inzwischen gehen die meisten Forscher nicht mehr davon aus, dass es einen ursächlichen Zusammenhang gibt. Zweitens: Der Körper scheidet 99 Prozent des Aluminiums, das er aus der Umwelt erhält, direkt wieder aus. Was absorbiert wird, verlässt den Organismus bald schon über die Nieren. Der Körper eines Erwachsenen enthält nur etwa 30 bis 50 Milligramm Aluminium.

Und drittens: Selbst wenn einiges dafür spricht, nicht zu viel Aluminium zu schlucken – die Hauptquelle für den Stoff ist sicherlich nicht der Jogurtdeckel. Der größte Teil des Leichtmetalls ist in den Nahrungsmitteln selbst enthalten, weitere Quellen sind Alutöpfe und -pfannen, in denen säurehaltige Lebensmittel zubereitet werden. Mit Abstand am meisten Aluminium nehmen Menschen zu sich, die säurehemmende Magenmedikamente schlucken. Und die bekommen auch nicht öfter Alzheimer als andere.

Fazit: Gegen das Ablecken des Jogurtdeckels sprechen weiterhin allenfalls ästhetische Gründe. Christoph Drösser

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