David Dubosc ist 13 Jahre alt und Schüler der sechsten Klasse. "Ja, ich weiß, da stimmt was nicht", sagt er gleich und erklärt: "Macht euch nicht die Mühe, es an euren Fingern abzuzählen. Ich bin zweimal sitzen geblieben, in der dritten und in der sechsten." Und wie das alles anfing, weiß er noch genau: "…als ich drei Jahre und fünf Monate alt war, rums!, die Vorschule." Nach eintägiger Sichtung der Anstalt stand sein Urteil fest: "Das ist für mich gelaufen…" War es natürlich nicht, doch der Tag markiert das Ende einer unbeschwerten Kindheit. Mutter heult und Vater motzt. Parole: "Du musst mehr lernen!"

Arithmetik und Grammatik, Gesang und Sport, Davids Goliath hat vielerlei Gestalt und einen Namen: Schule. Und er will den Kampf erst gar nicht aufnehmen: "Es interessiert mich nicht. Punkt. Aus. Schluss." Die schöne Aufmunterung, die Marie, seine Vorschullehrerin, ihm einst noch ins Zeugnis geschrieben hatte, vergebens, alles dahin: "Dieser Junge hat ein Gedächtnis wie ein Sieb, Finger wie eine Fee und ein riesengroßes Herz. Es müsste gelingen, daraus etwas zu machen."

Zuflucht und Glückstempel ist für David in all dem Schlamassel nur der Schuppen des Großvaters, die kleine Werkstatt mit dem verheißungsvollen Geruch von Schmieröl, Fett, Holzleim und Tabak. Da lebt er auf, denn David ist ein begnadeter Bastler, ein Erfinder und Ingenieur in spe. Zahnpastatubenausquetscher, Bananenschälmaschine, Patent-Trekkingschuh, David Dubosc steckt voller Ideen.

So schön und leicht die Pariser Autorin Anna Gavalda ihren David das alles erzählen lässt, die Sache wird ernst: Der liebenswerte Held mimt den Klassenclown und fliegt zu schlechter Letzt von der Schule. Doch jetzt wird sein bester Freund, sein Förderer und Rückenstärker hellhörig. Großvater Léon greift ein.

Eine bekannte Geschichte, die Anna Gavalda da erzählt und neu leuchten lässt. Pädagogisches Idyll? Sie inszeniert die Geschichte einer Selbstbehauptung als wechselvolles Auf und Ab, nichts fällt ihrem Helden zu, dann, mit einem tolldreisten Brief – "Ich wiege 35 Kilo Hoffnung" –, erobert er sich einen Platz am technischen Gymnasium in Grandchamps. Hier weiß man den eigenwilligen Bananenschälmeister zu nehmen. Doch alles scheint plötzlich wieder verloren, als der Großvater ins Krankenhaus eingeliefert wird…