Die Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn hat schwer zu tragen. Zum Beispiel an dem soeben fertig gestellten "Bundesbericht Forschung". Dieser Brocken wird im olympischen Vierjahresrhythmus ausgestoßen, und die Kunst bestand noch jedesmal darin, dem mit Bienenfleiß zusammengetragenen Zahlenwerk Argumente für die jeweils eigene Position zu entnehmen. Das geht dann so: Ausweislich des Berichts sinken die Mittel des Ministeriums ("Einzelplan 30") seit 2002. Das moniert die Opposition. Rechnet man Mittel aus anderen Töpfen (für Bafög-Darlehen und Ganztagsschulen) hinzu, oh Wunder, dann wächst wieder alles. Das wiederum freut die Regierung. So könnte es immer weitergehen, hin und her - doch es ist etwas Bemerkenswertes geschehen.

Unmissverständlich hat die Ministerin erklärt, dass die bisherige Budgetierung ihres Hauses das für 2010 verkündete Ziel verfehlt: den Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt auf drei Prozent zu steigern. Ja, sie forderte sogar: "Der Bundeshaushalt 2005 muss ein klares Bekenntnis zum Drei-Prozent-Ziel setzen." Das war ja wohl kaum an die jetzige Opposition gerichtet. Allen Spott, den andere ihrer Äußerungen auf sich ziehen könnten (etwa: "Unser entschiedenes Handeln hat die Wirtschaft zu Investitionen ermutigt"), sollte man sich daher dieses eine Mal verkneifen.