Der EU-Ausschluss der Bärenrepublik Deutschland wurde von den bestimmenden Ländern Kerneuropas (Polen, Bulgarien, Rumänien) am vergangenen Wochenende mit großen Feuerwerken gefeiert. Wir hätten es vorhersehen können. Früh hatte das Feuilleton der FAZ gewarnt: Das überalterte Land würde nach dem Tod des großen Methusalem von Bären und Wölfen besiedelt werden. Es gab halbherzige Versuche, sich mit der neuen Lage zu arrangieren. (ZEIT: "Bären um die 40 haben die besten Chancen!") Aber das war billiges Appeasement. Als die Wölfe dann begannen, die transatlantischen Beziehungen zu stärken (unter der Führung von Wolf Lepenies) und an der Wallstreet auf offene Ohren stießen (bei Bear, Stearns & Co.), war das Maß voll. Jetzt ist großes Heulen und Bärenzähneklappern im ausgestoßenen Land.

Diplomatische Vermittlungsversuche von außen sind gescheitert. Die mutigen und vorurteilsfreien EU-Kommissare der kleineren Mitgliedstaaten, Dany Cohn-Bendit (Frankreich) und Joschka Fischer (Italien), haben begonnen, auf eigene Faust mit den Tieren in den mecklenburgischen und rheinischen Steppen zu verhandeln. Ihre Parole: "Von den Bären lernen heißt Fischen, Tauchen und Knuddeln lernen." Aber Polen, Bulgarien und Rumänien wollten einfach nicht fischen, tauchen und knuddeln. Nun tanzt in Brüssel erst recht der Bär, während in Washington die Gerüchte nicht verstummen wollen, Michael Jackson habe den sexuellen Missbrauch irakischer Häftlinge organisiert. Das sind zynische Verleumdungen. Trotzdem haben sie die Lage in den deutschen Urwäldern destabilisiert. Das Wolfsburger Tageblatt druckte Fotos von Bären, die vor nackten Wölfen feixen. Dazu Wolf Lepenies empört: "Von den Amerikanern lernen, heißt Foltern lernen." Empörung nützt aber nichts.

Europa war einmal ein friedlich geeinter Kontinent, bevor die Deutschen vergreisten. Sie wollten einfach nicht begreifen, dass ihnen das Schicksal die heilige Pflicht auferlegt hatte, den Kontinent zusammenzuhalten. Sie wollten krankfeiern. Nun krankt der Kontinent an seiner leeren Mitte. Er kann das Übermaß an Zwietracht nicht mehr viel länger tragen.

Ob aber, wie und mit wem und warum, und wie es kommt, dass die Medien an allem schuld sind, darüber diskutieren wir uns sicher noch manchen Wolf, während andere einfach foltern, worin sich die US-amerikanische Vormachtstellung begründet, was natürlich ihr Recht ist.

Aber Gemach: Staatenbündnisse um die 40 haben die besten Chancen! Finis