Wer heute vom Heiligen Krieg spricht, denkt an den Dschihad und islamische Fundamentalisten. Doch das Morden im Namen Gottes hatten sich auch die Kreuzfahrer auf die Fahnen geschrieben. Das Dommuseum in Mainz widmet sich zurzeit in einer Sonderausstellung den Kreuzzügen ins Heilige Land (bis zum 30. Juli). Das Museum befindet sich an einem geschichtsträchtigen Ort, war es doch im Dom zu Mainz, wo 1188 Kaiser Friedrich I. Barbarossa das Kreuz nahm - der Beginn des Dritten Kreuzzuges. Mehr als 200 prächtig ausgestellte Exponate illustrieren die Kriegsgeschichte. Darunter etwa die Krone des lateinischen Kaisers von Byzanz, ein Modell der syrischen Kreuzfahrerburg Krak des Chevaliers und das Bußgewand der heiligen Elisabeth. Und auch für "Frauen auf dem Kreuzzug" und die "Technische und wissenschaftliche Überlegenheit des Morgenlands im Hochmittelalter" ist Platz. Ein eindrückliches Sühne-Glasfenster von Johannes Schreiter und zwei Gemälde von Hans Nauheimer mit dem Titel Kreuzzüge gibt es noch immer unterstreichen das Motto "Kein Krieg ist heilig". Die Schau ist eine 3000 Quadratmeter große Werbung für Toleranz, ohne Partei zu ergreifen: Christliche Kriegstreiber kommen ebenso zu Wort wie muslimische Chronisten, die nichts beschönigen. Und am Ausgang lässt man Wolfram von Eschenbach fragen: "Ist das nicht Sünde, daß man die, die nie Kunde von der Taufe empfingen, erschlug wie Vieh?"