Sex für die Nächstenliebe.

Dank der Biotechnik scheint die Möglichkeit der asexuellen Fortpflanzung immer näher zu rücken (ZEIT Nr. 18/04). Doch ohne die geschlechtliche Vereinigung drohe der Menschheit über kurz oder lang das Ende, warnt der Evolutionsbiologe Joel R. Peck von der University of Sussex. Diese These gründet er auf ein Computermodell, das die Entwicklung von Populationen bei unterschiedlichen Umwelt-, Migrations- und Reproduktionsbedingungen simuliert (Proc. d. Royal Society B, Bd. 271, S. 993). Ohne geschlechtlichen Austausch setzten sich "in kürzester Zeit die egoistischsten Typen durch", berichtet Peck. Bei sexueller Fortpflanzung dagegen nehme die Hilfsbereitschaft unter den Organismen zu. Wenn die natürlichen Lebensgrundlagen knapp werden, haben solche Populationen nach 10 000 Generationen eine dreimal höhere Überlebenschance als asexuelle Spezies. "Würde sich die Menschheit auf asexuelle Vermehrung verlegen", folgert Peck, "ist es ziemlich wahrscheinlich, dass wir uns aus purer Feindseligkeit gegenseitig auslöschen."

Gelöstes Klimaproblem.

Für heiße Debatten in der Klimaforschung sorgten bisher die Diskrepanzen zwischen der Temperaturmessung vom Boden und von Satelliten aus: Die Satellitendaten zeigten stets eine viel geringere globale Erwärmung. Nun wollen Forscher der University of Washington in Seattle des Rätsels Lösung gefunden haben: Die Satelliteninstrumente hätten zum Teil Temperaturen der Stratosphäre mitgemessen. Diese Schicht, 10 bis 50 Kilometer über der Erdoberfläche, ist erheblich kühler als die darunter liegende Troposphäre.

Berücksichtige man diesen Effekt, schreiben die Klimaforscher (Nature, Bd.

429, S.55), zeigten Satelliten- und Bodendaten übereinstimmend eine Erwärmung von 0,17 Grad Celsius pro Dekade.

Fatale Luftreinhaltung.