die zeit: Schlechte Erträge, sinkende Zuschüsse, zunehmender Widerstand gegen neue Standorte – geht der Windbranche die Puste aus?

Aloys Wobben: Überhaupt nicht. Wir befinden wir uns in einer Konsolidierungsphase auf hohem Niveau. Die Windenergie hat derzeit einen Anteil von 4,7 Prozent an der Stromerzeugung in Deutschland – mit steigender Tendenz. Es ist ja richtig, die Form unserer Energiegewinnung immer wieder hart zu diskutieren. Doch gerade vor dem Hintergrund der Endlichkeit der fossilen Energieträger werden erneuerbare Energien wie die Windenergie künftig einen maßgeblichen Beitrag zur Versorgung leisten.

zeit: Sie stellen das größte Windrad der Welt her. Werden Sie für den 124 Meter hohen Turm an Land überhaupt noch Standorte finden?

Wobben: Auf jeden Fall. Die Anlage hat viele Vorteile. Sie produziert mehr Strom und ist leiser als drei konventionelle Anlagen der 2-Megawatt-Leistungsklasse. Sie dreht sich langsamer, und durch den höheren Turm wirkt sie kleiner. Die Akzeptanz wird dadurch steigen. Wir haben in Deutschland 184000 große Hochspannungsmasten, darüber beschwert sich keiner. Aber man kämpft gegen so eine wunderschöne Windmühle.

zeit: Funktioniert sie denn?

Wobben: Die bisher durchgeführten Messungen haben unsere Erwartungen noch übertroffen. Wir haben mittlerweile drei E-112 aufgestellt, die vierte befindet sich im Bau. Es wird eine ganze Zeit lang die größte Maschine bleiben, auch wenn manche zurzeit etwas anderes behaupten.

zeit: Warum gehen Sie damit nicht aufs Meer hinaus?