Der britische Inlandsgeheimdienst MI5, bis 1988 noch so geheim, dass er nicht einmal seine Existenz zugeben wollte, ist plötzlich irritierend mitteilsam. Auf ihrer Homepage (www.mi5.gov.uk) streuen die Agenten bisher zurückgehaltene Strategien zur Terrorismusabwehr unters Volk. Das ganze ist, wenn man so will, ein Online-Handbuch zur Erhöhung der Überlebenswahrscheinlichkeit unter der Regierung Blair. Wäre das Thema nicht todernst, der Kontinentaleuropäer könnte amüsiert sein. Denn der amtliche Survival-Leitfaden liest sich, als stünden Russen, Nazis und außerirdische Invasionsstreitkräfte gleichzeitig vor der Tür. Was empfiehlt der MI5 etwa im Falle eines radiologischen Angriffs? Falls vorhanden, den Bunker aufsuchen.

Es gibt keinen? Die Homepage gibt Anleitungen zum Bau. Außerdem: Schnell alle Belüftungsanlagen stilllegen, "ebenso wie andere Maschinen mit Ventilatoren (einschließlich Computern)". Bombenlegern sollten zudem keine Ablageplätze geboten werden. Deshalb raten die Agenten, überflüssige Mülleimer abzuschrauben und wuchernde Baumkronen zu stutzen. Zur "General Good Practice" zählt der MI5 es schließlich, Gemeinschaftsräume "sauber und aufgeräumt" zu halten. Also, bitte lassen Sie Ihren Teebeutel nicht unbeaufsichtigt herumliegen! Sicherheit geht schließlich jeden an.