Wend Kässens (Hg.): Der Spielemacher. Gespräche mit George Tabori - Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2004 - 158 S., 19,50 e

Angekündigt zum 90. Geburtstag George Taboris am 24. Mai war die Fortsetzung der Erinnerungen aus einem Leben, das sich zwischen sechzehn Ländern, zwei Weltkriegen, vier Ehen und ungezählten Berufen ausspannt. Der herrliche erste Band Autodafé erzählt von den Kinder- und Jugendtagen in Budapest, von Tanten, Onkeln, Schul- und Puffbesuchen, von Mutter Tabori, die den zwei Söhnen ihre Wespentaille zum Opfer brachte, und Vater Tabori, der erhobenen Hauptes, in vollendeter alteuropäischer Höflichkeit, in die Gaskammer schritt ("Nach Ihnen, Herr Mandelbaum"). Doch weil die ersehnte Fortsetzung noch auf sich warten lässt, kann man sich zwischenzeitlich mit den gesammelten Interviews des großen Theatermannes trösten, der freimütig von sich bekennt: "Mir erschien mein Leben immer zu melodramatisch."

Peter Roos/Maurice Weiss: Tabori zieht um: Wie soll man eine Wohnung finden, wenn es regnet - hrsg. v. Friederike Hassauer - eine Groteske mit 25 Fotos - Bibliothek der Provinz - Weitra 2004 - 56 S., 18,- e

Berlin, die Stadt, in die Tabori gehen muss, um zu sterben. In den Armen seiner Frau. Meint Peter Roos, der mit Tabori in Berlin auf Wohnungssuche war. Es regnete, "was es früher in Berlin nie gab", sagt Tabori bei Roos.

Überhaupt "war Berlin früher viel schöner", sagt Tabori. Aber das war lange vor dem letzten Krieg. Kein Wunder, dass Tabori bei dem Regen zusammen mit Peter Roos dann auch keine Wohnung gefunden hat.