Laut George W. Bush handelt es sich bei den Folterungen im Irak nur um Einzelfälle, um das unamerikanisches Verhalten einiger weniger. Das hätte vielleicht früher einmal gelten können. Für mich sind sie aber heute die folgerichtigen Ergebnisse einer Haltung der jetzigen US-Regierung, die besagt, dass alles erlaubt ist, solange ehrenwerte und wichtige Ziele verfolgt werden? Da sollte es niemanden verwundern, wenn sich diese Haltung auch in der Arbeit vor Ort im Irak breit macht. Erniedrigung und Folter von Gefangenen zum Zwecke der Informationsgewinnung passen nur zu gut in dieses Schema.

Selbst der edelste Zweck darf nie die Mittel heiligen. Der Firnis der Zivilisation löst sich nur zu leicht, gerade in Extremsituationen wie dem Krieg. Verwerfliche Mittel können und werden sich nur zu leicht verselbstständigen und die noch so hehren Ziele korrumpieren und vergessen machen.

Jan Prümers, Münster

Es ist unglaublich, was sich zurzeit im Irak abspielt. Die Absichten und Ziele der Amerikaner, oder besser gesagt, der Bush-Regierung, sind auf ganzer Linie gescheitert. Von Ordnung kann keine Rede sein, und das Regime, welches berüchtigt für seine Kreativität im Brechen von Menschenrechten war, ist zwar abgesetzt, doch Grundrechte für die Menschen im Irak scheint es immer noch nicht zu geben. Was mir zusätzlich zu denken gibt, ist die Befürchtung, dass es sich bei den aktuellen Berichten wiederum nur um die Spitze des Eisbergs handelt. Bleibt nur zu hoffen, dass die Amerikaner bis zum November aufwachen und Bush in die Schranken weisen.

Alexander Freese, Göttingen

Groß ist der internationale Aufschrei und die Empörung über die jüngsten Gräueltaten amerikanischer Soldaten im Irak. Es gibt kaum einen Menschen, der beim Anblick der Bilder, die in den letzten Wochen durch die Medien gegangen sind, nicht erschrocken, angewidert und betroffen aufgrund dieser Entsagungen aller Menschlichkeit gewesen ist. Besonders katastrophal erscheint, dass es ausgerechnet amerikanische Soldaten gewesen sind, "die Guten".

Aber haben die Soldaten nicht genau das gemacht, was in jedem Krieg geschieht, und sind sie nicht so vorgegangen wie auch schon vor gut 40 Jahren in Vietnam, wo Folter, Vergewaltigung und Mord immer wieder vorgekommen sind?