Es fällt nicht leicht, ein Wort zur Güte zu finden, das den unseligen Streit um die Flick-Sammlung schlichten könnte, die unter dem Dach der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin gezeigt werden soll. Was hat sich der Enkel des berüchtigten Rüstungsfabrikanten zuschulden kommen lassen, dass man ihm die Leihgabe seiner Gemälde zum Vorwurf machen könnte? Man wird ihm die Verbrechen seines Großvaters kaum persönlich nachtragen können; zumal er sie niemals bestritten hat. Im Gegenteil wolle er, so hat Friedrich Christian Flick einmal gesagt, seiner dunklen Familiengeschichte mihilfe der Kunst eine hellere Seite hinzufügen. Aber auch das kann, selbst wenn die Formel naiv klingen mag, nicht verboten sein. Zumal die Bundesrepublik als Ganze, das hat Flick dann wieder sehr hell- und scharfsichtig formuliert, seit je ihre Legitimation aus dem festen Willen bezog, besser als ihre nationalsozialistische Vergangenheit zu sein.
Kunst: Kleine Ariseure, große Profiteure
Der Streit um die Sammlung Flick ist nur eine gewaltige Ablenkung von der unzureichenden Entnazifizierung nach 1945