Namen sind natürlich nicht Schall und Rauch, und wer Tamara de Lempicka heißt, der malt andere Bilder als Paula Modersohn-Becker. Tamara, née Gorski, wurde 1898 in Warschau geboren, wuchs in St. Petersburg auf, heiratete 1916 den Grafen Lempicki und ging 1919 mit der um das Töchterchen Kizette vergrößerten Familie nach Paris. Sie studierte Malerei bei Maurice Denis und André Lhote, zwei Künstlern, die sich den Experimenten fern hielten und eine Erneuerung der figurativen Kunst propagierten. Tamara spezialisierte sich auf Akt und Porträt, Anonymität zum einen, Prominenz zum anderen, eine Mischung, perlend wie gut gekühlter Champagner. Die Namen der Porträtierten sind heute natürlich in Rauch aufgegangen, aber der Schall klingt immer noch nach, und sei’s auch nur nach Operette: Prinz Eristoff, Herzogin de la Salle, Marquis d’Afflitto, Graf Fürstenberg-Herdringen, Herzogin von Valmy, Baron Kuffner (er wurde, nachdem sie seine Mätresse gemalt hatte, ihr zweiter Ehemann), Seine königliche Hoheit Großherzog Gabriel. Das Porträt des Letzteren gehört übrigens Jack Nicholson, Beverly Hills, der drei Bilder von Tamara de Lempicka besitzt. Madonna hat zwei, Donna Karan nennt einen voluminösen Akt ihr Eigen. Übertroffen aber werden alle von Wolfgang Joop, der acht Bilder ausgeliehen hat.