Joachim Fest, damals Mitherausgeber der FAZ, der seinen Feuilletonchef Günther Rühle eigentlich nie mochte und dies bei passender Gelegenheit auch zum Ausdruck gab, schrieb gleichwohl zum 60. Rühles (das war 1984) eine faire Würdigung, in der sich dieser zwischen Bewunderung und Befremdung changierende Satz findet: "Das Risiko des Irrtums nahm er in Kauf, es wog ihm stets leichter als die Chance, die das Neue enthält." Rühle, der nun 80 wird, war als Journalist wie als Theaterintendant immer von einem geradezu gierigen Interesse an allem Neuen erfüllt, und zwar nicht wegen dem, was seit einiger Zeit "News" heißt, sondern weil er herauskriegen wollte, was die Gesellschaft im Innersten bewegt. Deshalb ist ihm keine Erscheinung des sozialen und kulturellen Lebens, sofern sie nur Auskunft gibt über den Stand der Dinge und des Zeitgeistes, unbedeutend.
Theater: Dem Neuen eine Chance
Günther Rühle wird 80