Kunst kann man nicht stigmatisieren", das ist der Satz aus der Presseerklärung Friedrich Christian Flicks vom 18. Mai, der Salomon Korn offenbar besonders erregt hat. Zornig entgegnete er am 25. Mai: "Der … ,autonome‘ Bereich von Kunst verleiht nicht schon allein aus dieser ,Autonomie‘ heraus dem materiellen Träger des jeweiligen Kunstwerks … ,Immunität‘ gegen den geschichtlichen Kontext, dem es einst entstammte und in dem es heute steht." Das ist allgemeiner und vorsichtiger formuliert als die Absage Theodor Adornos an jedwede Kunst "nach Auschwitz". Aber hat Korn mit seinem Argument, Kunst könne sich nicht von ihrer historischen Einbettung lösen oder gar als Tauschmittel gegen Schuldhaftung gebrauchen lassen, wirklich Recht?