Am 1. August wird Gerhard Schröder neben Polens Präsident Aleksander Kwa™niewski stehen, wenn an den Warschauer Aufstand erinnert wird. Am 9. Mai nächsten Jahres reist er zu Wladimir Putin nach Moskau, wenn die Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag des Kriegsendes beginnen. Die Überfallenen, die Opfer, wollen es so. Gerne.

So hatte auch Jacques Chirac den Nachbarn, der "Bruder" geworden ist, zum D-Day in die Normandie eingeladen, Befreite, Sieger und die ehemals Besiegten alle auf einem Bild, das viel zu nivellieren, wenn nicht vergessen zu machen schien. Schröder kommentierte mit der Bemerkung, "der Inhalt dieser Einladung heißt doch: Der Zweite Weltkrieg ist endgültig vorüber." Sein Zusatz: Es sei der Beginn der "Befreiung" gewesen, der Befreiung Europas und Deutschlands. Beides zusammen skizziert tatsächlich fast perfekt das Geschichtsverständnis der herrschenden Generation. Oder nur das Schröders?