In der Historie ereigne sich alles zweimal, meinte einst ein großer deutscher Denker: einmal als Tragödie und einmal als Farce. In der Geschichte des Dresdner Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung aber geht es auch bei den Farcen nicht ohne Wiederholung ab. Zum zweiten Mal binnen Jahresfrist wird sein Direktor beschuldigt, er fördere eine vom Verfassungsschutz beobachtete, totalitär strukturierte Psychosekte.

Als der Religionshistoriker Gerhard Besier vor knapp einem Jahr die Leitung des von inneren Querelen ausgezehrten Instituts übernahm, geschah das in der Erwartung, dieses könne sich nun endlich auf seine wissenschaftlichen Aufgaben konzentrieren. Der Artikel eines Institutsmitarbeiters, der dem Hitler-Attentäter Johann Elser die moralische Legitimation zum Tyrannenmord absprach, und den der damalige Direktor Klaus-Dietmar Henke für institutsschädigend hielt, hatte 2000 heftige interne Auseinandersetzungen ausgelöst. Sie endeten mit der Entlassung des SPD-nahen Henke durch das konservativ dominierte Kuratorium.