ZEIT : Sie fackeln Energien auf der Bühne ab.

Tismer : Ja, ich fackle sie ab. Aber verzichten im Leben wegen des Theaters tu ich natürlich nicht. Mein Privatleben ist mir wichtiger als mein Bühnenleben. Ich würde mich nie für mein Bühnenleben privat ins Unglück stürzen.

ZEIT : Sie sind alleinerziehende Mutter.

Tismer : Ja. Meine Tochter ist jetzt 15; sie ist sehr selbstständig und, Gott sei Dank, ein stabiler Mensch. Manchmal hasst sie das Theater, weil ich so viel dort bin, dann darf ich gar nichts davon erzählen.

ZEIT : Wie findet Ihre ältere Schwester, dass die kleine Schwester jetzt berühmt ist?

Tismer : Das weiß sie nicht. Ich bin die kleine Schwester. Sie hat viele Kinder und hat viel zu tun. Wenn Sie das so sagen – berühmt sein –, das krieg ich ja selber nicht so mit. Ich bin hier im Ensemble eine von vielen. Ich bin froh, wenn ich Arbeit habe. Leider kommt niemand auf Knien zu mir und betet mich an – leider nicht.

ZEIT : Wollen Sie auch in 15, 20 Jahren noch Theater spielen? Oder freuen Sie sich auf die Zeit, wo Sie das Spielen für Ihren Seelenhaushalt nicht mehr brauchen?