Kontrolle im Trikot.

Wenn Stürmer schwächeln und Abwehrspieler straucheln, müssen frische Kräfte aufs Feld. Den rechten Zeitpunkt für eine Auswechslung soll künftig das Leibchen des Kickers verraten. David Evans von der Northumbria-Universität in Großbritannien hat ein Trikot mit eingearbeiteten EKG-Sensoren entwickelt, das den Herzschlag des Spielers misst. Über Funk werden die Daten an einen Computer übertragen. So kann der Trainer ablesen, welcher seiner Schützlinge am schlappsten über den Rasen schlurft. Zudem messen Siliziumstreifen auf der Rückseite des Hemds, wie viel Schweiß die Partie den Kicker kostet. Das High-Tech-Trikot kann aber auch dem Spieler dienen: Kleine Vibratoren lassen ihn spüren, wenn der Trainer ihm etwas sagen will. Ob da die Fifa mitspielt?

Evolution dank Täuschung.

Wer seine Kontrahenten geschickt austrickst, kann sich nun auf die Evolution berufen. Denn bei 18 Primatenarten nimmt die Fähigkeit, ihresgleichen zu täuschen, mit der Größe des Neocortex zu. Und dieser stammesgeschichtlich jüngste Teil des Großhirns ist bei Menschen besonders ausgeprägt. Seine Beobachtungen, meint Richard Byrne von der University of St. Andrews (Proceedings of the Royal Society B, online), stützten die These von der "Machiavellischen Intelligenz": Trickser verschaffen sich erhebliche Vorteile und erzwingen damit quasi ein soziales Wettrüsten der Hirne.

Selbstkompostierende Pflanze.

Bauern und Gärtner schätzen Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Klee, weil sie Stickstoff aus der Luft binden und diesen als wichtigen Nitratdünger dem Boden zuführen. Normalerweise erfolgt die Nitratbildung bei der Kompostierung der Pflanze, an der mehrere Mikroorganismen beteiligt sind. Nun haben Forscher der University of Wales entdeckt, dass in manchen Pflanzen die Nitratbildung direkt ablaufen kann. Die "Selbstkomposter" speichern als Giftabwehr gegen Pflanzenfresser Nitropropionsäure und bilden daraus Nitrat in ihren Trieben. Vermutlich ist diese neu entdeckte Variante des Stickstoffkreislaufs bei Hülsenfrüchten sogar recht häufig (Nature, Bd. 430, S. 98).