Scherze zum Waschen.

Für viel Aufregung sorgen seit ein paar Wochen die Waschhinweise in den Kleidungsstücken einer kleinen Reiseartikelfirma im amerikanischen Port Angeles. Nach den Informationen über die richtige Waschtemperatur auf Englisch und Französisch folgt ein kleiner, aber feiner Zusatz: "Es tut uns leid, dass unser Präsident ein Idiot ist. Wir haben ihn nicht gewählt." Der Urheber ist bisher unbekannt: "Es muss wohl jemand aus der Fabrik gewesen sein", meint Firmeninhaber Tom Bihn. "Ich weiß aber nicht, ob die Person mit mir, George Bush oder Jacques Chirac unzufrieden ist." Ist eigentlich auch egal, solange die Zahlen stimmen: Der kleine Scherz in französischer Sprache hat dem Unternehmen im Bundesstaat Washington bisher eine Verdopplung des Umsatzes beschert. Bestellungen aus dem Weißen Hause oder dem Elysée-Palast sind allerdings nicht dabei.

Vorsicht, Lauscher!

Ein noch interner Gesetzentwurf verrät eine dunkle Absicht des Bundesjustizministeriums: Wer einer schweren Straftat verdächtigt wird und sich künftig einem Journalisten, einem Arzt oder einem Psychotherapeuten in deren Wohnung anvertraut, soll unter bestimmten Voraussetzungen belauscht werden dürfen. Ausnahmslos weghören muss der Staat danach nur noch bei Gesprächen mit dem Verteidiger oder einem Geistlichen. Die anderen mit einem Zeugnisverweigerungsrecht ausgestatteten Berufe hingegen müssen sich in Acht nehmen. Das wäre ein Rückschritt hinter die gegenwärtige Rechtslage und darüber hinaus unzeitgemäß: Warum genießt in einer säkularen Gesellschaft das Beichtgeheimnis größeren Schutz als die intime Mitteilung an den Therapeuten?

Und wer weiht künftig noch einen Journalisten in seine Geheimnisse ein, wenn dieser nicht garantieren kann, dass die Wohnungswände taub sind? Vor zehn Jahren begehrten die Medien gegen den Großen Lauschangriff auf - und trugen einen kleinen Sieg davon: Die im Gesetz genannten Geheimnisträger blieben unterschiedslos geschützt. Jetzt droht vielen die Niederlage - heimlich, still und leise.

Ausgezeichnet.

Die Gerichtsreporterin der ZEIT, Sabine Rückert, ist mit dem Deutschen Jugendhilfepreis 2004 ausgezeichnet worden. Ihr preisgekröntes Dossier erschien unter dem Titel Der Verdacht am 18. Juni 2003. Die Reportage schildert die katastrophalen Folgen, die ein falscher Misshandlungsverdacht für eine Familie im Saarland hatte, und beschreibt die Auswirkungen von Machtmissbrauch durch die Behörden. Der Preis der Deutschen Jugendhilfe wird von den Bundesländern gestiftet. Er ist mit 4000 Euro dotiert.