In Amerika steigen die Werbebudgets wieder, doch traditionelle Medien haben das Nachsehen. Die größten Steigerungen erlebt das Internet. Im ersten Quartal dieses Jahres gaben US-Unternehmen dort für Werbung schon 2,3 Milliarden Dollar aus - mehr als je zuvor. Anzeigen auf Web-Seiten oder neben Suchergebnissen sprechen die Kundschaft in spe nämlich gezielter an und führen zu mehr Verkäufen. Doch die amerikanischen Fernsehkabelbetreiber wollen sich nicht geschlagen geben. Vom 1. Oktober an ermöglicht der Wettervorhersagesender Weather Channel ebenfalls gezielte Werbung, je nach Witterung am Ort der Ausstrahlung. Wenn es regnet, kann der Werbekunde Toyota seine überdachten Kleinlaster anpreisen und bei Sonnenschein seine Cabrios.

Das Kabelsystem Comcast strahlte kürzlich testweise einen Werbespot für die Fluggesellschaft Ted aus, der je nach Stadtteil einen anderen Wortlaut hatte.

Das will das Unternehmen künftig kräftig ausbauen. So könnten sich Fernseher bald merken, welches Basketball-Team in einem Haushalt Fans hat - und entsprechend Werbespots mit deren Topstars schalten. "Das ultimative Ziel ist es, individuelle Werbung an jede Kabelbox zu schicken", erklärte Charlie Thurston, der Anzeigenchef bei Comcast.