Michael Wolffsohn, Historiker an der Universität der Bundeswehr und bekennender deutschjüdischer Patriot, fühlt sich gekränkt, missverstanden und schlimmer noch: verfolgt. Seit er am 5. Mai bei Sandra Maischberger "Folter oder die Androhung der Folter" als "eines der Mittel gegen Terroristen" für "legitim" erklärt hatte, sieht er sich einer "Hetzjagd" ausgesetzt. "Angehörige der Bundesregierung", so klagt Wolffsohn in einem Brief (FAZ vom 25. 6.), hätten ihn "zum Abschuss freigegeben". Seine "Jäger", namentlich sein Dienstherr Peter Struck und Joschka Fischer, seien zwar "keine Antisemiten", aber es falle doch ins Auge, dass unter allen Teilnehmern der Folterdebatte nur er als Person attackiert worden sei, während nach den Äußerungen der Nichtjuden kein Hahn krähe. Wolffsohn folgert: "Das kann nur dem Juden gegolten haben."