Am frühen Morgen des 6. Februar 1945 schreibt er seinen letzten Brief: "Um 9 Uhr trete ich vor meinen Herrgott. Ich danke Euch allen von Herzen für alles Gute, was Ihr für mich gethan habt. Ich will sterben als ein echter Goetzen. Ich will sterben als Christ. […] Auf Wiedersehen in einer anderen Welt. Hans."
Diese Zeilen erreichen meine Mutter, eine Cousine des Hans von Goetzen, wenige Tage später in Potsdam. Zur selben Zeit trifft ein Brief des evangelischen Standortpfarrers aus Berlin-Staaken bei ihr ein: "Wider aller Erwartung ist das Urteil gegen Leutnant Hans von Goetzen bestätigt und gestern gegen 9 Uhr vollstreckt worden. Ich habe ihm in den letzten Stunden zur Seite stehen können. Die Verkündung kam Herrn von Goetzen völlig überraschend, da er wußte, daß sich sowohl das Gericht, wie der Herr Generalrichter für eine Begnadigung eingesetzt hatten. Er war aber dann sehr gefaßt, und auch dem religiösen Zuspruch völlig aufgeschlossen. Zuletzt, auf die Frage, ob er die Augen verbunden wünsche, antwortete er: Nein, ich will aufrecht sterben, als Edelmann und als Christ."