Die Erinnerung hat sich darauf eingerichtet, dass alle umgebracht wurden. Der Widerstand gegen das nationalsozialistische Terrorregime, im kollektiven Gedächtnis symbolisiert durch den 20. Juli, das sind vor allem die Hingerichteten aus den Gruppen der Roten Kapelle, des Kreisauer Kreises, der Weißen Rose, der Leute um Stauffenberg. Aber einer, dessen Name zu wenig bekannt ist, hat nicht nur Freunde und Fremde bis zur Hinrichtung begleitet, er hat mit seiner Frau Dorothee viele Leben von Untergetauchten gerettet, und er hat selbst, wie durch ein Wunder, den Nationalsozialismus überlebt: der evangelische Pfarrer Harald Poelchau, der seit 1933 Gefängnisseelsorger in der Haftanstalt Tegel war. Viele, die ihm dort begegneten, haben in ihm einen Engel Gottes gesehen.