Endlich mal wieder eine gute Nachricht aus den Autohäusern. Im Juni wurden 4 Prozent mehr neue Personenwagen verkauft als im gleichen Monat des Vorjahres. Damit liegen die Neuzulassungen im ersten Halbjahr nur noch um 1,3 Prozent unter den Werten von 2003. Ob die Branche allerdings noch ein deutliches Plus in diesem Jahr schafft, ist fraglich, zumal generell das erste Halbjahr für das Autogeschäft viel wichtiger ist als das zweite. Die meisten Prognosen gehen daher eher von einer Stagnation aus.

Meistverkauftes Auto hierzulande ist nach wie vor der Golf. Aber gerade der Bestseller in der so genannten Kompaktklasse macht auch die generelle Marktproblematik deutlich: Obwohl völlig neu und mit zusätzlichen Kaufanreizen (Klimaanlage als Dreingabe) angepriesen, verkauft er sich bislang schlechter als sein Vorgänger. Eine Teilschuld daran hat ziemlich wahrscheinlich auch der Feind im eigenen Hause, der Touran, der sich großer Beliebtheit erfreut. Der im vergangenen Jahr gestartete kompakte Familien-Van gehört jedoch einer Fahrzeuggattung an, die sich gegen den allgemeinen Trend gut verkauft. Davon profitieren etwa auch der Opel Meriva oder der Ford Focus C-Max, die ebenfalls viel Raum auf relativ kompakter Länge bieten.

Die anderen Wachstumssegmente sind die geländegängigen Fahrzeuge, heute meist Sport Utility Vehicles, kurz SUV, genannt, und die Sportwagen. Dahingegen fahren die Luxusklasse sowie die traditionelle Mittelklasse wie VW Passat, Opel Vectra oder Ford Mondeo im Rückwärtsgang.

Vorteil für den Käufer in der Flaute: Nach wie vor überbieten sich Hersteller und Händler mit Rabatten und Sondermodellen. Der Preisvorteil oder der Nachlass liegt nicht selten deutlich im zweistelligen Bereich. Was die Kundschaft freut, wirkt sich freilich negativ auf die Erträge bei den Herstellern und Händlern aus.

Ob die vielen Neulinge dieses Jahres doch noch Kaufimpulse bringen, ist noch offen. Gut angelaufen sind Opels Astra und der Smart forfour, und im Herbst kommen mit dem 1er BMW und dem fünftürigen Audi A3 Sportback zwei weitere Modelle, von denen ihre Hersteller zusätzlichen Schub beim Absatz erwarten. dhl