Einen legendären Ruf hatte das Reich der Mitte in Europa schon lange, bevor Ende des 13. Jahrhunderts mit Marco Polo erstmals ein Augenzeuge von seinen Erlebnissen in China berichtete. Dem frühen Reisenden folgten Missionare, Kaufleute und Diplomaten aus dem Westen, und alle zeigten sie sich nachhaltig beeindruckt von Lebensart und Kultur des fernen Landes. Ihre Faszination kann verstehen, wer in dem Band China. Eine Entdeckungsreise vom Altertum bis ins 20. Jahrhundert blättert und die prachtvollen Abbildungen aus der Zeit des chinesischen Kaiserreichs bewundert. Die Anmut der fernöstlichen Kunst führte dazu, dass Chinoiserien an europäischen Fürstenhöfen große Mode wurden. Doch blieb China dem Westen innerlich fremd, zu lückenhaft war die Kenntnis des asiatischen Kulturbereichs. Wer heute mehr über das Reich der Mitte wissen will, dem kann der vorliegende Bild- und Textband auf kompetente Weise helfen, ohne dass die Lektüre zur Mühsal wird. Denn der italienische Autor Gianni Guadalupi weiß historische Abläufe und Ereignisse fesselnd wiederzugeben und seine Texte so zu gliedern, dass man jedes Kapitel wie einen in sich abgeschlossenen Artikel lesen kann. Ein richtiger Prachtband also, nicht nur wegen der optischen Opulenz.

Gianni Guadalupi: China. Eine Entdeckungsreise vom Altertum bis ins 20.

Jahrhundert. Aus dem Italienischen von Cornelia Panzacchi und Marion Pausch - Frederking & Thaler und Geo, München 2003 - 336 Seiten, 600 Farbfotos, 60 Euro