Es sind 150 Millionen. Sie verteilen sich über mehr als 15 Quadratkilometer. Sie fressen täglich 300 Tonnen Grünfutter. Der bisher größte Schwarm gefräßiger Wüstenheuschrecken wurde Mitte Juli in Mali entdeckt. Wenig später veröffentlichte die Welternährungsorganisation FAO erste Warnungen: Rund um die Sahara drohe eine neue Heuschreckenplage (ZEIT Nr. 26/04). Seither hat sich die Situation weiter verschärft. Ende vergangener Woche trafen sich die Landwirtschaftsminister von neun betroffenen Ländern in Algier. Die Heuschreckenschwärme haben bereits mehr als 6,5 Millionen Hektar Land in Mitleidenschaft gezogen. Den betroffenen Staaten – neben Mali sind Algerien, Burkina Faso, Mauretanien, Niger, Senegal und Sudan akut gefährdet, während sich die Situation in Libyen und Marokko langsam entschärft – fehlt das Geld für die Bekämpfung. Für entsprechende Insektizide und den Einsatz von Hubschraubern und Flugzeugen und hat die FAO jetzt neun Millionen US-Dollar zugesagt. Die Bekämpfungsaktion wird zum Wettlauf mit der Zeit. Die Zahl der Tiere kann sich innerhalb von drei Monaten verzehnfachen. Dann könnten Schwärme mit Milliarden gefräßiger Tiere mehrere hundert Quadratkilometer südlich der Sahara bedecken.