Familienausflüge in die Vergangenheit regt ein Buch an, das die interessantesten archäologischen Stätten Deutschlands vorstellt. Beschrieben werden 38 Ziele, die in landschaftlich reizvollen Gegenden liegen und sich für einen Wochenendtrip oder auch für längere Ferien eignen. Im niedersächsischen Hitzacker kann man durch ein Dorf der Bronzezeit spazieren, im schwäbischen Hochdorf ein keltisches Fürstengrab besichtigen oder in Haithabu bei Schleswig den Alltag der Wikinger kennen lernen. Immer heißt es auch mitmachen: beim Bogenschießen und Einbaumfahren, beim Töpfern und Weben. Zu jedem Ausflugsziel gibt es ausführliche Informationen über Anreise, Öffnungszeiten und Aktionsprogramme. No

Anita Pomper, Rainer Redies und André Wais (Hrsg.): "Archäologie erleben - Ausflüge zu Eiszeitjägern, Römerlagern und Slawenburgen"; Theiss Verlag, Stuttgart 2004; 176 S. mit 263 Abb., 24,90 Euro

Die Kulturlandschaft vor den bayerischen Alpen ist nicht auf bäuerliches Brauchtum begrenzt. Vor allem in den ersten Jahrzehnten das 20. Jahrhunderts haben die unterschiedlichsten Künstler von Franz Marc bis Tucholsky hier kreative Kraft geschöpft. Beim Gang durch Oberbayerns Orte fächert Elisabeth Tworek fast schon ein Lexikon der damaligen intellektuellen Elite auf. Sie folgt Spuren aus Stein und füllt sie mit Splittern aus Tagebüchern, Briefen, Werken: wie Ernst Bloch in Garmisch einer blonden Braut entgegenfieberte, die Mann-Kinder in Bad Tölz beim Melken halfen, die Nazis Ödön von Horváth aus Murnau ekelten. Oft sehr private Einblicke verdichten sich zum Porträt einer Epoche. Alb

Elisabeth Tworek: "Spaziergänge durch das Alpenvorland der Literaten und Künstler": Arche Verlag, Zürich/Hamburg 2004; 252 S., 19,80 Euro

Rumänien steht 15 Jahre nach dem Sturz Ceau≠escus noch immer unter Spannung: zwischen Postkommunismus und Neukapitalismus, zwischen dem Reichtum weniger und der bitteren Armut vieler. Daraus macht Dieter Schlesak keinen Hehl. Dennoch wirbt der Schriftsteller für seine Heimat, die er 1969 verlassen hat. Architektur, Lebensstil und Sprache zeugen vom Mit- und Nebeneinander unterschiedlichster Kulturen: "Es gibt kaum ein Land in Europa, das eine solche Synthese bietet." Seine Transsylvanische Reise führt den Siebenbürger Sachsen immer auch in die Geschichte. Es ist eine sehr eigene Suche nach Orten, Menschen und Antworten. Zu Recht nennt die Edition Köln diesen ersten Band ihrer Reihe Auf Reisen einen "Reiseführer der anderen Art". H. K.

Dieter Schlesak: "Eine Transsylvanische Reise"; Edition Köln, Köln 2004; 187 S., 16,90 Euro