Die Art Ihrer Negativrecherchen empfinde ich als äußerst abstoßend. Wer sind diese Zeugen, die sich gerne, aber fast alle namenlos, über die engagierte Arbeit Rupert Neudecks auslassen? Und was macht Ihrer Meinung nach eine seriöse Hilfsorganisation aus? Große Büros, schicke Glanzfolien-Studien und unzählige Assessment-Reisen von überbezahlten Consultants? Dann hätten Sie Recht, damit kann Rupert Neudeck nicht dienen.

Cap Anamur ist vielmehr die einzige mir bekannte Organisation, die ausschließlich mit Privatspenden und einem herausragend geringen Administrationsaufwand dringend notwendige Arbeit in Krisengebieten schnell, unbürokratisch und manchmal auch undiplomatisch erledigt.

Ich arbeite selbst für eine Hilfsorganisation. Jeder, der in Krisenregionen unter schwierigen Bedingungen arbeitet, setzt ab und zu ein Programm in den Sand. Das bleibt auch nicht bei den von Ihnen vorgeführten seriösen Organisationen aus. Wenn Sie bis ins Jahr 1992 zurückgehen mussten, um ein misslungenes Projekt von Neudeck zu finden, spricht das vielmehr für das Komitee Cap Anamur und zeigt, wie sehr Sie danach auf der Suche gewesen sein müssen.

Einen solchen Bericht haben er und sein Team bei Cap Anamur wahrlich nicht verdient.

JÜRGEN MIKA, BULAWAYO/ZIMBABWE

Viele unserer Jugendlichen werden immer dicker, ihr einziger Wunsch ist, fett Kohle machen. Derweilen fehlen sozialen Gruppen und den Parteien die aktiven Mitwirkenden. Da sollte man eine Gruppe, die sich engagiert, um die Ungleichheiten dieser Welt zu brandmarken, sich helfend einsetzt und vielleicht sogar Ideen für kleine Verbesserungen hat, zunächst einmal unbefangen beurteilen.

Den Organisatoren von Cap Anamur wünsche ich von Herzen, dass sie gestärkt aus der Krise und italienischer wie pressemäßiger Anklage herauskommen.