Erkenntnisse amerikanischer Geheimdienste deuten darauf hin, dass eine Katastrophe unmittelbar bevorsteht. Kommt einem dieser Satz nicht irgendwie bekannt vor? Genau. Nur dass diesmal in seiner Folge nicht Tausende Soldaten in den Irak einmarschierten, sondern bloß eine Menge Polizisten in Manhattan, Newark und Washington. Herrje. Müssen die Schlapphüte jetzt auch noch dafür herhalten, die Mission Enduring Bush zu rechtfertigen? Schließlich finden, bei aller Unentschiedenheit der Wahlumfragen, die meisten Amerikaner immer noch, der Amtsinhaber sei der geübtere Terroristenfresser. Da kommt Code Orange ganz gelegen - denn je röter, desto Bush.

Das alles wäre reiner Verschwörungsglauben, wenn nach den jüngsten Terrorwarnungen nicht zweierlei durchgesickert wäre. Erstens, dass die Hinweise auf Anschläge keineswegs so eindeutig und konkret gewesen sind, wie die Regierung zunächst behauptete. Das beweist abermals einen Hang zur Übertreibung. Zweitens, dass - wie die Zeitschrift New Republic berichtet - der pakistanische Geheimdienst von Washington gedrängt worden sei, möglichst zwischen dem 26. und 28. Juli die Festnahme oder Tötung eines höchstrangigen Ziels von al-Qaida zu melden, also just zur Zeit der Kandidatenkür der Demokraten. Das belegt die Absicht, bei passender Gelegenheit den Terror-Trumpf aus dem Ärmel zu ziehen.

So bleiben Zweifel, ob die Polizisten tatsächlich Bank und Börse schützten - oder eher das Weiße Haus.