Ob Archäopteryx , der krähengroße Urvogel, überhaupt fliegen konnte, darüber streiten die Gelehrten seit Jahren. Viele trauen dem Tier bloß zu, bei der Jagd nach Insekten hochgeflattert oder mit Hilfe seiner Krallen auf Bäume geklettert zu sein, von wo es sich zu Boden hat gleiten lassen. Nun helfen Forscher des Natural History Museums in London dem Fossil in die Luft (Nature, Vol. 430, S. 666). Sie haben den Schädel des 150 Millionen Jahre alten Exemplars aus dem Fundus ihres Museums unter die Lupe genommen. Der Raum, in dem das Gehirn untergebracht war, ist gerade mal so groß wie das vordere Glied unseres kleinen Fingers. Die dreidimensionale Rekonstruktion zeigte aber, dass die Hirnregionen angelegt waren wie das Cockpit heutiger Vögel oder das Gehirn der anderen aeronautischen Künstler jener Zeit – der Flugsaurier. Archäopteryx, so lautet das Fazit der Wissenschaftler, orientierte sich vor allem visuell und war, neurologisch betrachtet, für das Fliegen konstruiert.

Neutronenbombe ist das Erste, was vielen Menschen bei dem Wort Neutronen einfällt. Dass diese Bausteine der Materie nicht nur ungesunde Wirkung haben müssen, demonstrierte in Pittsburgh Carey Floyd von der Duke University. Auf dem amerikanischen Kongress der Physiker in der Medizin verriet er, wie er den menschlichen Körper mit Neutronen statt mit Röntgenstrahlung durchleuchten will. Die Kernbausteine regen nämlich getroffene Moleküle dazu an, Röntgenlicht in die Umgebung abzustrahlen. Die Strahlung ist charakteristisch für das Material, das getroffen wurde. Auf diese Weise ließe sich im Körper zum Beispiel Brustkrebsgewebe genauer als bisher lokalisieren. Die Strahlenbelastung sei vergleichbar mit einer normalen Röntgenaufnahme. Ein Prototyp existiere bereits.

Mütter kämpfen für ihre Kinder. Besonders bei Säugetieren beobachtet man oft, dass Weibchen mit Nachkommen sich in lebensgefährliche Situationen begeben, die sie sonst vermeiden. Stephen Gammie von der University of Wisconsin in Madison fand heraus, dass diese Verhaltensänderung durch ein Hormon gesteuert wird (Behavioral Neuroscience, Bd. 118. S. 805). Er spritzte einigen Mäusemüttern das Corticotrophin-Releasing-Hormon (CHR). Dann setzte er jeweils ein Männchen in den Käfig zu einem Weibchen mit Jungen und beobachtete die Reaktionen. Männchen sind eine Gefahr für die Nachkommen – sie töten oft junge Mäuse. Unbehandelte Mäuse griffen die Eindringlinge massiv an. Mütter dagegen, denen CHR injiziert worden war, versuchten nur halbherzig, die Männchen zu vertreiben. Offensichtlich macht die niedrige Konzentration des Hormons im Blut die Mäusemütter aggressiv.