Die Zahl der Pleiten steigt, das Wirtschaftwachstum nicht - trotzdem ginge es den Unternehmen in Deutschland offenbar noch schlechter, wäre da nicht: der Euro. Das ist das Ergebnis einer jetzt veröffentlichten Studie des Ökonomen Arturo Bris von der amerikanischen Yale Universität sowie seiner Stockholmer Kollegen Yrjö Koskinen undMatthias Nilsson.

In ihrer Untersuchung The Real Effects of the Euro. Evidence from Corporate Investments verglichen die Forscher die Investitionsstatistiken sämtlicher Länder der Euro-Zone, außer Griechenland, mit denen von fünf westeuropäischen Ländern, die nicht der Einheitswährung beigetreten sind (Schweiz, Norwegen, Schweden, Dänemark und Großbritannien). Dabei fanden sie heraus: In Euroland haben die Unternehmen ihre Investitionen in den vergangenen Jahren deutlich stärker erhöht als im übrigen Westeuropa. Dies bestätigt eine alte Hypothese.

Seit Jahren argumentieren Ökonomen, die Einheitswährung beseitige das früher teils beträchtliche Wechselkursrisiko innerhalb der Eurozone. Das stimuliere erstens den Handel, zweitens müssten sich die Unternehmen nicht mehr gegen plötzliche Währungsschwankungen absichern. Dadurch sei mehr Geld für Investitionen übrig.