Wowi ist es, Ole auch und - nun wissen wir's endlich definitiv - Guido sowieso. Das Politikerschwulsein greift unaufhaltsam um sich. Schon weiß Bild zu berichten: Politiker wollen Homo-Kunde an Schulen. Hat die Politik im Schwulsein am Ende zu sich selbst gefunden? Wird Politiker und Nichtschwuler zu sein sich irgendwann ganz ausschließen?

Gemach. Gerüchte, nach denen Partei- und Fraktionschefs in ihren Reihen händeringend nach Outing-bereiten schwullesbischen Kolleg/inn/en suchen und selbst der Kanzler eine Trennung von Frau Doris erwäge, um sich noch rechtzeitig zum Wahlkampf 2006 mit einem gleichgeschlechtlichen Lebenspartner zeigen zu können, sind aus der Luft gegriffen. Erste Rufe nach einem Antidiskriminierungsgesetz zum Schutz von Heteros in Parlamenten können nur als Panikmache bezeichnet werden. Denn die deutsche Öffentlichkeit erweist sich in dieser Frage als völlig vorurteilsfrei. In keinem der ausführlichen Medienberichte über das Schwulsein von Politikern fehlt der Hinweis, dass ihre sexuelle Orientierung reine Privatsache sei und eigentlich gar nicht erwähnt werden dürfe.

So gehen Toleranz und nackte Neugier eine Paarbeziehung ein vor dem Standesamt der Boulevardpresse, in der uns Guido Westerwelle versichert, von seinen individuellen Vorlieben keinerlei Aufhebens machen zu wollen. Das ist natürlich leicht gesagt, nachdem sich herausgestellt hat, dass sie in Wirklichkeit, sind sie erst einmal bekannt, niemanden interessieren - worin in letzter Instanz die eigentliche Schmach der tabulosen Zeit liegt. Ihr ist alles egal, selbst Guido W.