Auch die katholische Kirche sagt ja: Wer das Weib will, will das Gute. Künftig soll der Australier Eric Bana (35, Hulk, Troja) für das Menschenrecht auf Junggesellenspaß und gerührte Martinis streiten. Man sagt, die Institutionen prägten die Subjekte, nicht diese sie. Da wird sich die Institution jetzt ordentlich anstrengen.

Gerade hat Peter Handke seine Version des Don Juan- Stoffes veröffentlicht, in welcher der notorische Frauenteilversteher mal nicht als Störer der sexuellen Ordnung auftritt, sondern als Verkörperung eines ewigen, immer seienden, dem Andersweiblichen gleichsam naturhaft antwortenden Begehrens. Neu ist dieser Gedanke allerdings nicht. Er ist der Kern der James-Bond-Mythologie.

James Bond ist gleichsam übersexuell und überpolitisch, deswegen konnten wir Männer auch Sean Connery das Toupet, Roger Moore seine zu engen Anzüge, Pierce Brosnan seine Muskellosigkeit vergeben. Und seit man in den Achtzigern dazu überging, die Weltlage im Licht der Bond-Welt zu deuten – das Reich des Bösen ist immer und überall, Geldgier in Gestalt eines Hitler-Klons will herrschen –, ist der Wunsch nach dem zutraulichen, verlässlichen Helden umso größer. Bond ist die Wunschmaschine einer Welt, die noch durch den beherzten Zugriff zu erobern ist und dabei vor Lust quiekt.

Thomas E. Schmidt