Bei Ihnen sollen die Führungskräfte unseres Landes im Sand spielen. Finden Sie das nicht merkwürdig?

Zunächst mag die Idee vielleicht etwas befremdlich erscheinen. Aber schließlich geht es bei uns nicht um Sandkastenspiele, sondern um das Erlernen von Teamarbeit und Projektmanagement. Wer schon mal im Urlaub eine Sandburg oder -skulptur gebaut hat, der weiß, dass man sich gut absprechen muss. Was bauen wir? Wie groß soll die Figur werden? Bei unserem Seminar kommt erschwerend hinzu, dass Sand und Wasser "gekauft" werden müssen – und die Preise verteuern sich während der Arbeit. Die Teilnehmer lernen also, mit ihrem Budget zu haushalten.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Manager in den Sand zu schicken?

In den Niederlanden gibt es schon seit über zehn Jahren eine Sandakademie. Natürlich könnte man auch Ton oder Metall nehmen, aber Sand lässt sich am einfachsten bearbeiten und formen. Der Vorteil beim Skulpturenbauen: Im Gegensatz zu Survival-Trainings oder gemeinschaftlichen Abseilaktionen erfordern unsere Seminare keine besonderen körperlichen Voraussetzungen. Sand formen, das kann jeder.

Wie darf man sich das vorstellen: Sitzt dann der Chef im Anzug mit Schaufel und Förmchen neben seiner Sekretärin im Sandkasten?

Das ist ja eben der Sinn des Ganzen. Niemand sitzt auf dem Chefsessel, sondern alle hocken miteinander im Matsch – und gegen den Dreck teilen wir Schutzanzüge aus. Was zählt, ist nicht die Position im Unternehmen, sondern Kreativität und Planungsgeschick. Man könnte sagen: Im Sand sind alle Menschen gleich.

Demnach müssten Kinder die besseren Manager sein?