Wenn Inseln die Namen von Heiligen tragen, dann oft deshalb, weil sie an jenem Tag des Jahres entdeckt wurden, der diesem Heiligen geweiht ist. Die Schwesterinsel unserer heutigen also an einem Tag Ende Juni. (Da könnte sie allerdings genauso gut anders heißen.) Bei der Insel, nach der wir heute fragen, ist das anders: Sie heißt zwar auch wie ein legendärer Heiliger, ihr Name aber geht auf das Schiff des Entdeckers zurück. Und das ganze Archipel, zu dem noch zwei kleinere Inselchen gehören, ist nach dem Entdecker selbst benannt. Dieser Herr, um ganz genau zu sein, war übrigens nicht der, der die Inseln zuerst gesichtet, sondern der, der sie 19 Jahre später als Erster besucht hat.

Wie die Inseln der vergangenen beiden Wochen war auch dieser Archipel lange umkämpft, in diesem Fall ganz klar wegen seiner strategischen Bedeutung. Vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts lag er an einer entscheidenden Nahtstelle der Welt.

So wird es wohl nicht nur dem Schutz von Papageientauchern, Robben, Rentieren und Blaufüchsen dienen, dass es sehr restriktive Bestimmungen darüber gibt, wer sich niederlassen darf auf den Inseln, den Spitzen einer unterseeischen Vulkangruppe.

Immerhin: Touristen sind erlaubt. Hauptsache, sie fahren nach dem Schauen und Fotografieren wieder nach Hause.

Rafi Reiser

Auflösung aus Nr. 32:

Die Clipperton Insel (nach dem Piraten John Clipperton) gehört seit 1935 zu Frankreich. Sie liegt im Pazifik auf 10° 17´ Nord und 109° 14´ West. Sie wird auch Ile de la Possession und Ile de la Passion genannt und wurde im Jahr 1897 von Mexiko besetzt